Kriegsursachen bekämpfen!

Artikel in der Wochenzeitung Unsere Zeit

Nach den neuesten Zahlen des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI stiegen die deutschen Waffenverkäufe 2016 um 6,6% auf rund 6 Milliarden $. Dabei hatten die beiden größten deutschen Rüstungsmonopole Krauss­Maffei Wegmann und Rheinmetall Zuwachsraten von über 10% zu verzeichnen. Die wesentliche Ursache ist die Aufrüstung der Bundeswehr. Das ist aus Sicht der Herrschenden dringend notwendig, um die deutschen Großmachtambitionen durchsetzen zu können und den wirtschaftlich starken deutschen Konzernen auf absehbare Zeit ihre profitablen Anlagemöglichkeiten in fremden Ländern zu sichern. Gleichzeitig fehlen tausende Lehrkräfte und betriebliche Ausbildungsplätze, fehlen bundesweit 34 Milliarden Euro für die Sanierung von Schulen.

Dass das so ist, ist kein Zufall, sondern Kapitalismus. In diesem System zählt der Profit und dafür braucht es eben freie Handelswege für Waren und Kapital, für profitable Investitionen gesicherte Anlagemöglichkeiten in aller Welt und von allen denkbaren Beschränkungen befreite Absatzmärkte.

Deswegen mobilisiert die SDAJ unter dem Motto „Kriegsursachen bekämpfen!“ bundesweit am 13. Und 14. Januar nach Berlin – zur Rosa-Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung jungeWelt und zur Liebknecht-Luxemburg-Lenin-Demonstration. Im Zentrum des Programms steht die Frage wie heute der Kampf gegen den Kapitalismus aufgenommen werden kann. Ein Workshop beschäftigt sich mit der Situation in den Schulen und wie sich dort Widerstand organisieren lässt, ein weiterer Workshop beschäftigt sich mit der Diskussion um Arbeitszeitverkürzung, die seit einiger Zeit in den Gewerkschaftsjugenden wieder eine größere Rolle spielt. Darüber hinaus gibt es ein Argumentationstraining gegen Kriegspropaganda und das Solidaritätsprojekt „Tamara Bunke“ lädt alle Kubainteressierten ein, das Projekt näher kennenzulernen. Beim Jugendpodium werden Gewerkschaftsjugendliche, didf-Jugend und SDAJ gemeinsam darüber diskutieren, wie man die täglichen Auseinandersetzungen stärker mit den allgemeineren politischen Fragen verbinden kann. Abends findet die revolutionäre Vorabendparty statt.

Bei der LLL-Demonstration zum Friedhof der Sozialisten organisiert die SDAJ gemeinsam mit der didf-Jugend und weiteren Berliner Jugendorganisationen einen gemeinsamen Jugendblock. „Für uns ist diese Demonstration kein rückwärtsgewandter Trauermarsch der Ewiggestrigen,“ so Lena Kreymann, stellv. Bundesvorsitzende der SDAJ, „sondern das genaue Gegenteil. Der Ermordung von Karl und Rosa durch rechte Freikorpsverbände und mit Unterstützung der SPD-Führung zu gedenken, heißt heute den Kampf aufzunehmen gegen Krieg und seine Ursache: den Kapitalismus.“